Auf der Suche nach dem Lebenssinn

Mike aus Chemnitz erzählt

Schon seit frühester Jugend beschäftigte ich mich gern mit Philosophie und Religion. Heute weiß ich, dass ich damals bereits auf der Suche nach einem Sinn für mein Leben war. Mit Gott hatte ich aber nichts am Hut. Da ich in einem atheistischen Elternhaus aufwuchs, war mir der Gedanke zu glauben so fern, wie die Sonne von der Erde.

Meine ersten tieferen Kontakte zu Christen hatte ich während meines Studiums in Schottland. Einige Kommilitonen erzählten mir von ihrem Glauben an Gott. Ich empfand das als Bereicherung, weil ich vorher eine völlig ungenaue Vorstellung von Gott hatte. Ich traf mich damals auch häufig mit dem Studentenpfarrer zum Gespräch und zum Lesen in der Bibel. Dabei stieß ich auf den Satz: „Merkst du es denn nicht? Noch stehe ich vor deiner Tür und klopfe an. Wer jetzt auf meine Stimme hört und mir die Tür öffnet, bei dem werde ich einkehren“ (Offenbarung 3,20). Jesus stand nicht sichtbar vor meiner Tür, aber ich fragte mich: „Möchte ich ab jetzt bewusst versuchen, nach Gottes Maßstäben zu leben, oder lasse ich diesen Test mit Gott an mir vorbeidüsen?“ Und ich dachte: Versuchen kostet ja nichts!

Nach meiner Rückkehr aus Schottland wurde ich häufiger krank und baute körperlich stark ab. Ich konnte mich kaum noch konzentrieren und war völlig mut- und kraftlos. Ein Krankenhausaufenthalt im Sommer 2001 kam gerade recht, nachdem ich zu Hause kurz vor dem Umfallen war. Ich erfuhr, dass es eine chronische Verdauungsproblematik war, aber auch in der Zeit nach der Entlassung besserte sich mein Zustand nicht.

Schließlich wurde ich im Dezember des gleichen Jahres erneut in die Klinik eingewiesen. Mein Gesundheitszustand wurde ernster, sogar lebensbedrohlich. Ich musste von den Ärzten erfahren, dass sie mir nicht helfen konnten. Die Weihnachtszeit brach an und ich war völlig kraftlos. Also fing ich an zu beten. Ich betete still das Vaterunser (zum Glück hatte ich davon schon gehört). Später sprach ich folgendes Gebet zu Gott: „Wenn du willst, dann nimm einfach mein Leben und mach meinen Qualen ein Ende oder mache alles neu. Ob ich nun sterbe oder weiterlebe, ich lege dir alles hin.“ Unbegreiflich ist mir bis heute, dass ich mich plötzlich innerlich total beruhigt und geborgen fühlte.

Am ersten Weihnachtsfeiertag kam es zu einer Notoperation, die alles veränderte. Obwohl die Chancen größer waren, dass ich sterben würde, konnte ich nach zwei Tagen die Augen wieder öffnen und ein völlig neues Leben beginnen. Damals habe ich Glauben gelernt: Glaube heißt für mich vertrauen, dass nicht ich mein Leben lenke, sondern Jesus.

Seitdem engagiere ich mich bewusst in einer Gemeinde. Mein Glaube ist auf ein neues, festes Fundament gestellt worden. Als Christ zu leben heißt für mich, in einer engen Beziehung mit Jesus zu leben, mit ihm zu reden, nach seinen Maßstäben zu leben und anderen von dieser Erfahrung weiterzusagen.

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